"open systems" hat sich nach fünf Veranstaltungszyklen etabliert. Das bedeutet glücklicher Weise nicht, dass dieses Festival für aktuelle Musik, Performance, Tanz und Klangkunst gefälliger geworden wäre. Wenn es trotzdem immer mehr Menschen gefällt, dann wohl deshalb, weil die Zahl derjenigen wächst, die bereit sind, den Ausführenden auf künstlerisches Neuland zu folgen, ruhig Vertrautes hinter sich zu lassen und alle Sinne zu schärfen, um sich einen Weg durch das Dickicht fremder Töne und Bilder zu bahnen. Mit jedem Mal wagt sich "open systems" in Grenzgebiete zwischen verschiedenen Sparten vor, in denen die Künste der Musik und der Bewegung besonders experimentierfreudig und voll innovativer Kraft sind. Diese Kraft ist Teil des kulturellen Aufbruchs, der eine Jury aus renommierten Experten so beeindruckt hat, dass sie Essen und dem Ruhrgebiet die besten Aussichten auf den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2010 einräumte.

Die Festival-Projekte kommen in Dortmund, Bochum, Essen und Herne zur Aufführung. In Essen ist zum ersten Mal die neue Philharmonie Schauplatz einer Veranstaltung. Damit gewinnen Künstler und Publikum einen Ort mit inspirierender Ausstrahlung, der den passenden Rahmen für ein hochkarätiges Konzert in Kooperation mit dem internationalen Festival "November Music" darstellt. Diese Zusammenarbeit hat sich zu einem fruchtbaren Austausch entwickelt, der dazu beiträgt, den hohen Qualitätsanspruch von "open systems" einzulösen. Demselben Ziel dient die Entscheidung, das Festival künftig nur noch alle zwei Jahre auszurichten und das veranstaltungsfreie Jahr jeweils für eine sorgfältige Planung zu nutzen. Auf diese Weise muss das künstlerische Niveau nicht dem Zeitdruck untergeordnet werden, sondern bleibt weiterhin Maßstab des Erfolgs.

Ich freue mich sehr über die sich intensivierende regionale Kooperation und vor allem darüber, dass es im Ruhrgebiet viele Menschen gibt, die "open systems" zu schätzen wissen. Ihnen allen wünsche ich anregende künstlerische Impulse.

 

Dr. Oliver Scheytt
Beigeordneter für Kultur, Jugend und Bildung
der Stadt Essen