Samstag | 15-11-2003 | ab 17.00 Uhr | Flottmann-Hallen, HERNE
 
 
 
 
17:00 Uhr
 
Rivalen Grenzgänger und anonyme Gesellschaftswesen
Rauminstallation von Susanne Santos Dores Themlitz
 
Jagd gab es schon immer. Die Darstellungsformen und Zeugnisse zur Jagd schleichen sich kontinuierlich durch die Kunstgeschichte. Angefangen bei denen, die ihre Jagd-Rituale in die Felsen ritzten.
In der Installation ist es subversiv und unklar, wer Jäger und Gejagter ist; wo sich der Betrachter befindet und wo ein mögliches Opfer. Begehbare Hochsitze sind im Raum installiert. Ein Fahrrad wurde auf Stelzen gesetzt und dient auch, radlos, als möglicher Hochsitz. Bei der Jagd in Sumpfgebieten wurden manchmal Stelzen verwendet. Es sind Observationspunkte in der Landschaft. Silikonmasken, manche mehr Tier als Mensch, andere irgendwie Mensch-Metamorphosen, hängen trophäenartig im Raum. In einem gebauten, halb offenen Zimmer befindet sich ein verfremdetes Bett. In der Nähe eine Art Ahnen-Portrait-Gemäldegalerie. Alte Tapeten.
Alle Elemente der Installation wurden auch „gejagt“, in diversen Habitaten und Fauna gesucht, gefunden. Verändert. Eine ethologische Studie in Textform der Rivalen, Grenzgänger und anonymen Gesellschaftswesen befindet sich in der Installation.
 
 
 
 
 
20:00 Uhr
 
Kristoffer Zegers Project „Elektroshocks“
 
in Kooperation mit November Music
 
Aufgepaßt: ausschließlich für Musikliebhaber. Denn November Music hat Zegers gebeten, eine neue Komposition zu schreiben für zwei Saxofonquartette und Elektronik. Seinerzeit erregte er mit „Venlaflaxin“ für Saxofonquartett und Elektronik viel Aufsehen. Diese kleine Ode an ein Antidepressivum erhält mit „Elektroschocks“ einen vollwertigen Nachfolger. Denn für Kris Zegers ist und bleibt Musik der beste Muntermacher, ob als starkes Antidepressivum oder als altmodische Elektroschocks.
 
Um das neue große Werk auszuführen, arbeiten das Utrechter Koh-I-Noor Saxofonquartett und das Brüsseler Sax-Appeal zusammen. Denn kein klassisches Ensemble läßt die Hüften mehr schwingen als diese beiden Saxofonquartette.
Kristoffer Zegers ist ein junger, vielversprechender Komponist, der die musikalischen Möglichkeiten der Elektronik, der Computermusik und der live Instrumentalklänge erforscht. Er hat schon erfolgreich mit Daan Manneke am Projekt „Punctus contra Punctum“ zusammengearbeitet.
 
 
 
 
21:00 Uhr
 
Fine Kwiatkowski & Erhard Hirt „zwei“
Tanz/Gitarre & Live-Elektronik
 
in Kooperation mit grenzgänger//tanz und neue musik
 
Fine Kwiatkowski ist die Tänzerin, die am wohl eindringlichsten ihre tänzerische Arbeit aus der Improvisation und im Austausch mit Künstlern verschiedener Sparten, insbesondere aber Musikern der Improvisationsszene entwickelt hat.
Erhard Hirt, Gitarrist und Improvisator mit ausgeprägtem Interesse an Klang hat ebenfalls in zahlreichen Projekten mit Medienkünstlern, Tänzern und Filmemachern zusammen gearbeitet. Obwohl sich beide schon länger aus größeren Zusammenhängen kennen, ist dies ihre erste Arbeit als Duo.
 
 
 
 
22:00 Uhr
 
Barry Guy Project „Annunciaton“
 
mit Barry Guy, Jaap Blonk , Daan Vandewalle, Stefaan Smagghe, Maya Homburger
 
Begegnungen zwischen alter, zeitgenössischer und improvisierter Musik. Der englische Kontrabassist und Komponist Barry Guy fühlt sich zwischen all diesen Musikgenres wie ein Fisch im Wasser. Barry Guy ist der zentrale Gast bei November Musik 2003. Guy gilt als einer der Pioniere der englischen freien Improvisation und wurde vor allem bekannt als Leiter des London Jazz Composers Orchestra. Aber Guy schrieb auch Werke für Orchester sowie Kammermusik. Zudem führt er regelmäßig Barockmusik auf.
 
Speziell für November Music 2003 entwickelt Guy das einmalige Projekt „Annunciation“. Ausgangspunkt bildet die spektakuläre Barockmusik von Heinrich Franz von Biber in Verbindung mit der Musik Barry Guys. Barockmusik, neue Komposition und Improvisation fließen ineinander und werden begleitet von Texten des schottischen Künstlers Alan Davie.
 
Gemeinsam mit der Barockgeigerin Maya Homburger hat Guy dazu ein neues Ensemble zusammengestellt, wobei die Improvisation im Vordergrund steht. Stimmkünstler Jaap Blonk, Pianist Daan Vandewalle und Geiger Stefaan Smagghe nehmen an Guys Projekt teil, und es sind alles Musiker, die sich mit großer Selbverständlichkeit zwischen den musikalischen Grenzen zu bewegen wissen.
 
 
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